Erste MINT-Pilotierungsschule für Bayern in Würzburg

Mit einer neuen Form der Kooperation optimiert die Initiative Junge Forscherinnen und Forscher (IJF) die Entwicklung ihrer künftigen Bildungsangebote. Das Matthias-Grünewald-Gymnasium (MGG) in Würzburg ergänzt das Netzwerk der IJF ab sofort als sogenannte MINT-Pilotierungsschule für Gymnasien. Schülerinnen und Schüler sollen auf diese Weise die Möglichkeit haben, aktiv und frühzeitig an der Ausarbeitung neuer Projektkonzepte und innovativer Methoden für die Vermittlung von MINT-Kompetenzen mitzuwirken.

MINT-Pilotierungsschule als Innovationslabor

Die IJF setzt Bildungsangebote für MINT-Themen um und vermittelt Zukunftskompetenzen im Rahmen spannender Projekttage an Schulen in Bayern und Baden-Württemberg. Mit der Idee der MINT-Pilotierungsschule verfolgt die IJF das Ziel einer besseren Rückkopplung an die Zielgruppe der Schülerinnen und Schüler. Neue Projekttage sollen nicht erst in Schulen durchgeführt werden, wenn die Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler und Pädagoginnen und Pädagogen der IJF in der Entwicklung schon weit fortgeschritten sind. Stattdessen möchte die Initiative den Prozess iterativ gestalten. Die Projekttage werden also in Entwicklungsschleifen aufgesetzt und frühzeitig an einer Pilotierungsschule umgesetzt. Ein Mehrwert für beide Seiten: Die Bildungsreferentinnen und Bildungsreferenten der IJF erhalten direktes Feedback – und die Schülerinnen und Schüler können unmittelbar an neuen Bildungskonzepten mitwirken.

„Wir freuen uns ganz besonders darüber, dass wir gemeinsam mit dem Matthias-Grünewald-Gymnasium neue Bildungsformate durch pädagogisch-didaktische Innovationen vorantreiben können. Die Zusammenarbeit ermöglicht es uns, ganze Projekttage oder einzelne Elemente gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern zu entwickeln, sodass diese perfekt zu ihrer Lebenswelt passen.“

Christoph Petschenka, Geschäftsführer der IJF

Kreativität + Technik = MINKT

Das Matthias-Grünewald-Gymnasium ist die erste MINT-Pilotierungsschule der IJF für die Schulart Gymnasien in Bayern. Die Wahl einer Schule mit musisch-sprachlichem Profil war dabei eine ganz bewusste. Christoph Petschenka betont: „Die vermeintliche Kluft zwischen Kunst, Musik und Geisteswissenschaften auf der einen und naturwissenschaftlich-technischen Kompetenzen auf der anderen Seite möchten die IJF und das Matthias-Grünewald-Gymnasium mit der Partnerschaft überbrücken.“

IJF und MGG folgen damit dem MINKT-Ansatz, der Kreativität und das Strukturdenken der Geisteswissenschaften in Naturwissenschaften integriert. So werden die beiden Felder nicht als einander gegenüberstehend betrachtet, sondern als komplementär. Pädagoginnen und Pädagogen versprechen sich davon einerseits, dass sich Kinder durch die kreative Herangehensweise leichter für MINT-Fächer motivieren lassen. Zudem könnte MINKT dazu beitragen, vor allem unter Mädchen Hemmungen im Kontakt mit MINT-Themen abzubauen.

Der pädagogische Ansatz MINKT hat großes Potenzial für Schülerinnen und Schüler, die gegenüber den Naturwissenschaften noch Berührungsängste zeigen. Ich sehe darin eine große Chance, mehr Schülerinnen und Schüler für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern und somit dem Fachkräftemangel im MINT-Bereich langfristig entgegenzuwirken.

Dr. Holger Saurenbach, Schulleiter Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg

Auftakt für engere Zusammenarbeit mit Schulen

Mit ihren Angeboten ist die IJF an verschiedenen Schularten unterwegs. Die Partnerschaft mit dem Matthias-Grünewald-Gymnasium ist deshalb der erste Schritt für diese neue Form der Zusammenarbeit. Perspektivisch folgen weitere MINT-Pilotierungsschulen im Raum Würzburg, um auch für Grund-, Mittel- und Realschulen Anknüpfungspunkte zu gewinnen.