Invent2Help: Erfolgreicher Projektabschluss

Innovative Medizintechniklösungen für mehr gesellschaftliche Inklusion

Im Herbst 2025 fand das Projekt Invent2Help seinen erfolgreichen Abschluss. Es setzte sich aus Projekttagen zum Thema Medizintechnik, MINT-AGs für Schüler*innen und Erfinder*innen-Challenges für soziale Innovationen zusammen, mit denen Menschen mit Behinderung unterstützt werden können. Gefördert wurde es von der Arnfried und Hannelore Meyer-Stiftung. Gemeinsam mit weiteren Projektbeteiligten blickt die IJF auf drei ereignisreiche Jahre voller Kreativität und Empathie zurück.

Ziel von Invent2Help war es, Technikinteresse, Selbstkompetenz und Innovationskraft von Jugendlichen zu stärken und sie für MINT-Berufe in der (Medizin-) Technik sowie im Handwerk zu begeistern. Dafür konnten sich die Schüler*innen in Experimenten und Entwicklungen der Medizintechnik ausprobieren, Mitarbeiter*innen der Handwerkskammer Heilbronn-Franken vermittelten zugleich viel über Karrierechancen und Ausbildungswege im Handwerk.

„In diesem Projekt lernen die Schüler*innen vom Leben fürs Leben. Sie sehen, dass sie selbst in ihren jungen Jahren dazu beitragen können, unsere Gesellschaft ein bisschen menschlicher zu machen und Empathie für unsere schwächeren Mitglieder zu empfinden, anstatt wegzuschauen.“

Lehrkraft der Tüftel-AG

Praxisnahe Projekttage in der Medizintechnik

Die Projekttage ermöglichten mit differenzierten Angeboten für die unterschiedlichen Schularten einen niedrigschwelligen Einstieg in den Bereich Medizintechnik. So profitierten Schüler*innen in Gemeinschaftsschulen, Realschulen und Gymnasien von fachlichem Input und Stärkung ihrer Methodenkompetenz. Während sie sich am ersten Tag in Fragestellungen und Methoden rund um die Medizintechnik einarbeiteten, indem sie selbst Messungen durchführten und die Ergebnisse eigenständig interpretierten, durften sie am zweiten Tag richtig kreativ werden. Denn dann entwickelten sie ihre eigenen Daumenprothesen. Mit dem abwechslungsreichen Programm wurden die unterschiedlichen Interessen und Stärken der Jugendlichen angesprochen.

Die Ergebnisse der durchgeführten Vorher-Nachher-Evaluation zeigte, dass das Arbeiten im Team und das Entwickeln eigener Ideen nach den Projekttagen deutlich positiver bewertet wurden als zuvor. Das Projekt stärkte außerdem die Empathie der Schüler*innen gegenüber Menschen mit Behinderung und trug dazu bei, Berührungsängste abzubauen.

Tüftel-AGs: Erfindungen für mehr Teilhabe

In den Tüftel-AGs, dem Herzstück des Projektes, widmeten sich die Schüler*innen über ein ganzes Schuljahr hinweg kreativen Erfindungen, mit denen Menschen mit Behinderung im Alltag unterstützt werden. Sie setzten ihre Projekte selbstständig um und wurden dabei tatkräftig von ihren Lehrer*innen unterstützt – von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt. Beispielsweise fördert das „Concentration Toy“ mit vielseitigen Anwendungen die Konzentrationsfähigkeit von ADHS-Betroffenen. „Hannas Buzzer“ ermöglicht als spezieller Taster die vereinfachte Bedienung der Kommunikations-App MetaTalk.

Dank der Zusammenarbeit mit der LebensWerkstatt für Menschen mit Behinderung und der Evangelischen Stiftung Lichtenstern erhielten die Schüler*innen Einblicke in das alltägliche Leben von Menschen mit Behinderung sowie die Herausforderungen, die ihnen in unserer Gesellschaft und Infrastruktur begegnen. Die Erfindermesse – Teil des DigiLabs der Hochschule Heilbronn – stellte den feierlichen Rahmen für den Abschluss der Tüftel-AGs, an dem auch die Gewinnerteams von einer Fachjury ernannt wurden.

„Die Erfinder-AG ermöglicht es, an Aufgabenstellungen aus der echten Welt zu arbeiten – mit real existierenden Auftraggeber*innen und noch dazu mit einem sozialen Hintergedanken. Schüler*innen lernen, Menschen mit Behinderung neu und wertschätzend zu begegnen und sich gemeinsam Gedanken über Inklusion zu machen.“

Lehrkraft der Tüftel-AG

Dank der finanziellen Unterstützung durch die Arnfried und Hannelore Meyer-Stiftung, starken Projektpartnern den kreativen Ideen der Teilnehmer*innen war das Projekt ein voller Erfolg. „Der Blick über den Schulalltag hinaus ist meist nachhaltiger, einprägsamer und sozial bindender als einfacher Fachunterricht“, so das Resümee einer Lehrkraft der Tüftel-AG.