Neugier schlägt Wurzeln: Gemeinsam MINT-Bildung gestalten

Gustav-Walle-Mittelschule Würzburg ergänzt Netzwerk der MINT-Pilotierungsschulen

Die Gustav-Walle-Mittelschule in Würzburg vervollständigt künftig das Netzwerk aus MINT-Pilotierungsschulen der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher. Ziel der neuen Kooperation ist es, Bildungsangebote in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) im Schulterschluss mit Schüler*innen und Lehrkräften zu entwickeln und stärker an deren Bedürfnisse anzupassen. Dabei testen IJF-Referent*innen neue Projekttage direkt im Unterricht – und durch ihre Rückmeldungen können Jugendliche aktiv an der Gestaltung der Lernangebote mitwirken. Besonders Mittel- und Realschulen sollen auf diese Weise gezielt gefördert werden, um mehr Chancengerechtigkeit in der MINT-Bildung zu schaffen.

Lernräume voller Neugier: Schüler*innen gestalten Bildungsangebote aktiv mit

Die IJF lädt Schüler*innen mit vielseitigen Projekttagen dazu ein, Zukunftskompetenzen im MINT-Bereich hautnah zu entdecken. Mit dem Konzept der MINT-Pilotierungsschulen rückt die IJF künftig noch näher an den Schulalltag heran. Neue Projekttage sollen nicht erst dann in die Klassenzimmer einziehen, wenn ihre Entwicklung weit fortgeschritten oder sogar abgeschlossen ist. „Die Ausarbeitung eines Projekttags ist wie ein Werkstück, das in Bewegung ist“, erläutert Michael Gündert, stellvertretender Geschäftsführer der IJF. „Ideen werden entworfen, gemeinsam mit Schüler*innen und Lehrkräften ausprobiert, hinterfragt und immer weiter verfeinert. Unsere Pilotierungsschulen werden dabei zu Innovationsorten für neue Bildungskonzepte.“

Bei diesem Ansatz treffen Theorie und Praxis direkt aufeinander. Die Referent*innen der IJF erhalten wertvolle Rückmeldungen aus erster Hand. Gleichzeitig wachsen die Schüler*innen über die Rolle der Teilnehmenden hinaus: Sie werden zu Mitgestalter*innen neuer Bildungsangebote, bringen eigene Gedanken ein und prägen den Entwicklungsprozess aktiv mit. Mit der Gustav-Walle-Schule gehört nun auch eine Mittelschule zu den Pilotierungsschulen der IJF. Nun ist jede Schulart im Netzwerk der Organisation vertreten.

„Indem wir niedrigschwellige MINT-Angebote an alle weiterführenden Schulen tragen, erreichen wir auch Kinder aus potenziell bildungsärmeren Haushalten.“

Dr. Marietta Herrmann, Bereichsleiterin Bildung Bayern der IJF

Die Gustav-Walle-Schule macht MINT lebendig

Mit der Methode Service Learning (Lernen durch Engagement LdE) fördert die Gustav-Walle-Schule den gegenseitigen Austausch zwischen Schule und Zivilgesellschaft: Die Schüler*innen lernen nicht nur fachliche Inhalte, sondern auch demokratische Werte wie gesellschaftliches Engagement kennen. Mit einem Projekt über das Herz-Kreislauf-System beispielsweise setzten Schüler*innen der 7. Klasse Unterrichtsstoff aus dem Fach „Natur und Technik“ in die Praxis um. Sie eigneten sich zunächst selbst Wissen an und übersetzten dieses dann für jüngere Kinder. Dafür entwickelten sie eigenständig Experimente und konzipierten Workshops, mit denen sich Kinder der ersten und zweiten Grundschulklassen das Thema spielerisch aneignen konnten. Als „Lehrkräfte“ lernten die Schüler*innen jede Menge Neues, sammelten aber auch methodische Erfahrungen, wie sie spielerisch Wissen vermitteln.

Mit diesem und ähnlichen Projekten setzt die Gustav-Walle-Schule Unterrichtsmodule mit praktischen Elementen um. Als außerschule Akteurin ergänzt die IJF das Schulprofil um Projekttage, mit denen sich Schüler*innen ganz unvoreingenommen zu unterschiedlichen MINT-Fragestellungen ausprobieren können.

„Als MINT-Pilotierungsschule intensiviert die Gustav-Walle-Schule die Kooperation mit der IJF und wirkt dabei mit, dass Schüler*innen Bildungsangebote wahrnehmen können, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.“

Matthias Schranner, Schulleiter der Gustav-Walle-Mittelschule

Vier Schulen, ein gemeinsamer Kurs: Die MINT-Pilotierungsschulen der IJF

Die Gustav-Walle-Mittelschule ist der vierte Baustein der MINT-Pilotierungsschulen in Bayern. Neben ihr gehören bereits die Wolffskeel-Realschule, das Matthias-Grünewald-Gymnasium und die UNESCO-Grundschule Würzburg-Heuchelhof zum Netzwerk der bayerischen Pilotierungsschulen. Mit dem neuen Konzept knüpfte die IJF seit Anfang 2026 einen engagierten Verbund, mit dem sie ihre Bildungsangebote noch genauer auf die Zielgruppe zuschneidet.