Wenn Technik auf Verantwortung trifft
Wie treffen wir nachhaltige Entscheidungen in einer zunehmend technologisierten Welt? Fragen wie diese beantwortet das neue Bildungsprojekt der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher (IJF). Das innovative Planspiel, das zu dem zweijährigen Projekt „Smarte Technik braucht kluge Köpfe“ gehört, richtet sich an junge Menschen ab 14 Jahren. Es verbindet Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) mit praxisnaher MINT-Bildung. Den offiziellen Projektauftakt bildete ein Einblick in das Planspiel am 18. Mai in der Wolffskeel-Realschule in Würzburg. Finanziert wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der TÜV SÜD Stiftung, der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp sowie verschiedenen regionalen Unterstützer*innen.
„Das Projekt ist in vielerlei Hinsicht wegweisend“, so IJF-Geschäftsführer Christoph Petschenka bei seiner Begrüßung. „Wir bringen absolute Zukunftsthemen in das schulische und außerschulische Bildungsgeschehen ein – und das an drei Standorten in Süddeutschland mit drei namhaften Stiftungen. Das Projekt bietet praxisnahe Einblicke in Zukunftstechnologien und verknüpft diese mit alltäglichen Entscheidungen.“
„Nachhaltigkeit beginnt oft bei den Entscheidungen, die wir ganz selbstverständlich im Alltag treffen“, betonte auch Würzburgs 2. Bürgermeisterin Sandra Vorlová am Rande des Projektauftakts. Die Stadt ist einer der drei Durchführungsorte. „Wir freuen uns sehr über dieses neue Projekt. Es macht für junge Menschen erlebbar, wie Technologie, Ressourcenverbrauch und persönliches Handeln miteinander zusammenhängen.“
Im Zentrum des Projekts stehen sogenannte Nachhaltigkeitsdilemmata – Zielkonflikte zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten. Greifbar werden diese durch ein fiktives „Smart Home“: In Gruppen schlüpfen die Teilnehmenden in unterschiedliche Rollen und beschäftigen sich mit vier zentralen Geräten: Kühlschrank, Laptop, Waschmaschine und Mülleimer. Dabei erforschen sie praxisnah Themen wie Energieverbrauch, Mikroplastik, Müllvermeidung und Datenströme. „Mit unserem neuen MINT-Planspiel möchten wir junge Menschen dazu befähigen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und fundierte, nachhaltige Entscheidungen zu treffen – gerade in ihrem eigenen Alltag“, erklärt IJF-Projektleiter Pascal Hauser. „Wir setzen bewusst auf eine Verbindung aus Storytelling, Experimenten und Reflexion, um Wissen nicht nur zu vermitteln, sondern erlebbar zu machen.“
Das Projekt fördert gezielt systemisches Denken, Problemlösungskompetenzen und ein nachhaltiges Bewusstsein. Inhaltlich greift es sieben der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) auf und überführt diese in konkrete Lernerfahrungen. Ziel ist es, die Teilnehmenden zu motivieren, nachhaltige Entscheidungen in ihren Alltag zu integrieren und als Multiplikator*innen in ihrem Umfeld zu wirken. „Das Projekt zeigt, wie sich nachhaltige Entwicklung praxisnah und lebensweltbezogen vermitteln lässt“, betont Melanie Vogelpohl, Leiterin des Referats für MINT-Bildung & Nachhaltigkeitsbewertung bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Durch die Kombination aus analogen und digitalen Lernmethoden entsteht ein innovatives Bildungsformat, das Wissen und Handeln wirkungsvoll miteinander verknüpft. „Die Verbindung von technischem Verständnis und nachhaltigem Denken stärkt die Fähigkeit, fundierte Entscheidungen in komplexen Situationen zu treffen“, ergänzt Karoline Morales Aviles von der Geschäftsführung der TÜV SÜD Stiftung.
Nach einer rund sechsmonatigen Entwicklungsphase und zwei erfolgreichen Pilot-Durchführungen des Planspiels fand der offizielle Projektauftakt im Rahmen eines realen Projekttags an der Wolffskeel-Realschule in Würzburg statt. Der Rahmen der Durchführung ist bewusst offengehalten: Das Planspiel kann an Schulen, aber auch in Jugendzentren, Büchereien oder weiteren Bildungseinrichtungen durchgeführt werden. Schwerpunktmäßig wird es in der Stadt Würzburg, dem Main-Tauber-Kreis und der Stadt Heilbronn umgesetzt. Mehrere Multiplikator*innen-Schulungen ergänzen die Projekttage, um das Angebot auch darüber hinaus bekannt zu machen. „Durch das spannende Thema und den offenen Ansatz leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Bildungsarbeit in der Region“, so Dr. Gunther Schunk, Vorstandsvorsitzender der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp. „Forschung selbst zu erleben und aktiv mitzugestalten, macht Mut und Lust auf Zukunft. Davon brauchen wir mehr!“
Das Projekt „Smarte Technik braucht kluge Köpfe“ wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), die TÜV SÜD Stiftung sowie die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp finanziell gefördert. Weitere regionale Unterstützer tragen durch Spenden zur Umsetzung bei.