Unser Schirmherr Willi Weitzel

Liebe junge Forscherinnen und Forscher!

Die IJF fördert, was mir selbst wichtig ist: Fragen stellen, ausprobieren, scheitern dürfen und wieder neu anfangen. Mit ihren Bildungsangeboten fördert die IJF gerade auch Mädchen im immer noch männlich dominierten MINT-Bereich. Kinder unterschiedlichster Herkunft und sozialer Umgebung werden dazu ermutigt, ihre eigenen Stärken zu entdecken und damit Vertrauen zu sich selbst zu fassen. Das ist für mich der Kern von echter Bildung – und deshalb engagiere ich mich hier sehr gerne.

Als die Initiative Junge Forscherinnen und Forscher 2010 gegründet wurde, war ich sofort mit dabei, weil durch sie Kinder und Jugendliche ermutigt werden, neugierig auf Naturwissenschaft und Technik zu sein.

Willi Weitzel

Mein Opa hatte eine Haushälterin. Sie hieß Rosa und kam aus Hessen. Jeden Tag kochte sie ihm die leckersten Gerichte, sodass das ganze Haus nur so duftete. „Rosa, was gibt es heute?“, war die wichtigste Frage, die ich ihr jeden Tag aufs Neue stellte. Am meisten kann ich mich an eine Antwort erinnern: „Karduffin!“ Wie gesagt, Rosa kam aus Hessen und mit „Karduffin“ waren Kartoffeln gemeint.

Und für mich – den damals noch kleinen Willi – hatte Rosa auch ein besonderes Wort, denn mich bezeichnete sie als „Dippegucka“, zu gut deutsch „Topf-Kucker“. Denn es hat mich nie zufriedengestellt, mich auf ihre Antwort zu verlassen, ich wollte – nein, ich musste es mit meinen eigenen Augen sehen und begreifen, was da unter dem Topfdeckel im Topf kochte, brodelte oder schmorte.

Dieses Beispiel meiner kindlichen Neugier wird in meiner Familie gerne zitiert, wenn es um die ersten Anzeichen meiner persönlichen Neugier geht, die ich heute in meinem Beruf als fragender Journalist anwende. Neugier ist das Benzin im Motor von Reportern und auch Forschern.

Als die Initiative Junge Forscherinnen und Forscher 2010 gegründet wurde, war ich sofort mit dabei, weil durch sie Kinder und Jugendliche ermutigt werden, neugierig auf Naturwissenschaft und Technik zu sein.

Ich wünsche allen, die bei der Initiative dabei sind, Neugier und Wissensdurst. Taucht ein in die Welt der Technik und Naturwissenschaft. Steckt eure Nase in alles, was euch interessiert. Und wenn euch jemand als Dippegucka oder etwas Ähnliches bezeichnet, dann seht es als Kompliment!

Euer Willi

Interview mit Willi Weitzel

Willi, man kennt dich als jemanden, der neugierig durch die Welt reist und Fragen stellt, über die wir wahrscheinlich alle schonmal gegrübelt haben. Wie wichtig ist es aus deiner Sicht, diese Neugier
schon früh zu fördern?

Beim Wort „Neugier“ denke ich an Albert Einstein und seine Worte: „Ich habe keine besonderen Begabungen, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig“. Ich kenne keinen Menschen, der die ersten Jahre seines Lebens nicht neugierig durch die Welt wandert und ständig Fragen stellt. Irgendwann hören viele damit auf – wahrscheinlich, weil sie denken, das sei nervig oder peinlich. Wenn wir aber dafür sorgen, dass diese Wissbegierde niemals aufhört, können aus ihnen Forscherinnen, Entdecker und Erfinderinnen werden. Und die brauchen wir für unsere Zukunft!

Du stellst nicht nur Fragen, sondern probierst Dinge gerne selbst aus. Wie wichtig ist das für das Verständnis von MINT-Themen?

Extrem wichtig. Und auch das muss bei Kindern gefördert werden. Denn die Konsumhaltung und das indirekte Erleben durch Medien sind sehr verbreitet. Daher ist es nicht nur wichtig, Kindern echtes Experimentieren zu ermöglichen, sondern sie auch zu ermutigen, es einfach zu tun. Man kann noch so viele Bücher lesen oder Videos anschauen – wirklich verstehen wird man Dinge meist erst dann, wenn man sie selbst erlebt. Wer mal mitgeholfen hat, einen Roboter zu programmieren, hat Aha-Erlebnisse. Da passiert etwas im Kopf und im Herzen.

In deiner Arbeit hast du viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun. Welchen Rat gibst du ihnen mit auf den Weg? Warum lohnt es sich, neugierig zu bleiben und sich mit MINT-Themen zu beschäftigen?

In erster Linie möchte ich junge Menschen ermutigen, aufgeschlossen und neugierig zu bleiben. Ich staune selbst gerne. Der berühmte Forscher Louis Pasteur sagte einmal: „Staunen ist der erste Schritt zu einer Erkenntnis.“ Die Welt steckt voller Rätsel und MINT kann uns sicher dabei helfen, noch viele von ihnen zu entschlüsseln. Wer nachfragt, sucht und findet seine eigenen Antworten. Diese Fähigkeit sollte uns ein Leben lang begleiten.

Nun begleitest du die IJF seit ihrer Gründung als Schirmherr. Was begeistert dich an der Idee der IJF?

Die IJF fördert, was mir selbst wichtig ist: Fragen stellen, ausprobieren, scheitern dürfen und wieder neu anfangen. Mit ihren Bildungsangeboten fördert die IJF gerade auch Mädchen im immer noch männlich dominierten MINT-Bereich. Kinder unterschiedlichster Herkunft und sozialer Umgebung werden dazu ermutigt, ihre eigenen Stärken zu entdecken und damit Vertrauen zu sich selbst zu fassen. Das ist für mich der Kern von echter Bildung – und deshalb engagiere ich mich hier sehr gerne.

Wie stellst du dir MINT-Bildung in 15 Jahren vor – und welche Rolle wünscht du dir in dieser Zukunftsvision für die IJF?

MINT-Bildung sollte noch selbstverständlicher werden – nicht nur in der Schule, sondern in unserem alltäglichen Leben. Wenn ich in 15 Jahren noch ein Mikrofon halten kann, stelle ich mich in Würzburg in die Fußgängerzone – und dann wäre es schön, wenn mindestens 75 Prozent der Menschen die vier Buchstaben M I N T mit den entsprechenden Fachgebieten verknüpfen können. Die IJF kann dafür Wegbereiter sein, indem sie neue Formate ausprobiert, Trends und Aspekte aufgreift, die die Kindheit prägen. Die Erwachsenen, die morgen Verantwortung tragen, sind heute noch Kinder. Ich wünsche mir, dass wir ihnen helfen, ihre Talente zu entdecken und ihre Begabungen zu fördern.

Steckbrief

Willi Weitzel

… absolvierte ein Studium zum Hauptschullehrer, bevor er mit der TV-Sendung „Willi wills wissen“ Tausende Kinderherzen (und die ihrer Eltern) im Sturm eroberte. Auf seine unvergleichlich charmant-schelmische Art stellte er unzählige Fragen, um so den vielen Dingen, die unsere Erde so einzigartig machen, auf den Grund zu gehen.

„Willi und die Wunder dieser Welt“ ist mit rund 450.000 Kinobesuchern einer der meistbesuchten Dokumentarfilme der vergangenen Jahre gewesen. Bei den Dreharbeiten konnte Willi die Luft der weiten Welt schnuppern. Seine Abenteuerlust erwachte und so wurde er vom rasenden zum reisenden Reporter. Was er unterwegs erlebt, erzählt er seinem Publikum live auf der Bühne. „Willis wilde Wege“ haben seither unzählige Zuschauer in ihren Bann gezogen. 2018 bis 2022 moderierte er zudem die Sendung „Gut zu wissen“, in der er Neues aus der Wissenschaft unterhaltsam und spannend für die ganze Familie präsentierte.

Neben seiner Schirmherrschaft der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher e.V. engagiert sich Willi Weitzel ehrenamtlich als Pate für das Kinderhilfswerk UNICEF und als Botschafter der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Mehr über Willi findet ihr auf seiner Webseite williweitzel.com oder unter willi-live.de